Über uns

Programmname: Berufsbildung und Beschäftigungsförderung

Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Land: Kirgisistan

Hauptpartner: Politischer Träger: Ministerium für Wirtschaft der Kirgisischen Republik mit den Durchführungsorganisationen Ministerium für Arbeit und soziale Entwicklung (MASE) sowie das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MBW) mit der Agentur für Berufsbildung (AB); Industrie- und Handelskammer.

Laufzeit: 01.2014 - 12.2016

Ausgangssituation

Zwei Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit hat sich der Lebensstandard großer Teile der kirgisischen Bevölkerung nicht verbessert. Die Situation im Land ist von Armut, nachteiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und schwachen öffentlichen Institutionen gekennzeichnet. Der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung des Landes wird auf mehr als 50 % geschätzt. Hiervon sind derzeit insbesondere Mädchen stärker als Jungen von der Arbeitslosigkeit betroffen. Trotz der eingeleiteten positiven Entwicklungen im Bereich berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung haben sich die Maßnahmen noch nicht in einer zufriedenstellenden verbesserten Beschäftigungsorientierung niedergeschlagen. Derzeit entsprechen viele Aus- und Weiterbildungsangebote nicht den Erfordernissen des Arbeitsmarktes. Die Abschlüsse werden von den Unternehmen oft insgesamt nicht mehr benötigt (z. B. im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen in Industrie, Handwerk, im kaufmännischen bzw. im Dienstleistungsbereich) oder ihre Inhalte sind völlig veraltet. Dies rührt her von Curricula, die nicht gemeinsam mit der Wirtschaft entwickelt wurden, ungenügend qualifiziertem Management- und Bildungspersonal, nicht sachgemäßer Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit Lehr- und Lernmitteln aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten des Staates. Auch die Aus- und Weiterbildung selbst ist oft praxisfern, durch ungenügende Kooperation mit der Wirtschaft gekennzeichnet, und schülerzentrierte/handlungsorientierte Formen des Unterrichtens werden nur unzureichend genutzt. Im Bereich der Arbeitsmarktdienstleistungen stehen moderne Informationstechnologiesysteme vorerst nur an wenigen Standorten zur Verfügung. Die Erhebung von aktuellen und zuverlässigen Arbeitsmarktdaten und eine angemessene Datenverwaltung befinden sich noch in der Einführung.

Modulziel

Die Qualität der beruflichen Qualifizierung, der Arbeitsmarktdienstleistungen und der Beschäftigungsförderung von Jugendlichen ist verbessert. 

Die Projektkonzeption zielt auf einen integrativen Ansatz zur Unterstützung der Reform der beruflichen Bildung, der Verbes- serung der Qualität beruflicher Qualifizierung sowie zur Beschäf- tigungsförderungvon Jugendlichen und Erwachsenen beiderlei Geschlechts. Damit sollein Beitrag zur Stärkung der wirtschaftli- chen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des kirgisischen Privatsektors sowie zur Schaffung nachhaltiger und breitenwirksamer wirtschaftlicher Entwicklung geleistet werden. Das Vorha- ben wird dabei auf Makro-, Meso- undMikroebene arbeiten. Es unterstützt die kirgisischen Partner, insbesondere das MASE und das MBW, bei der Umsetzung der Reform der beruflichen Bildung. Hierzu erfolgt Beratung in fünf Handlungsfeldern:

Die Reform der beruflichen Bildung (Handlungsfeld 1) zielt auf die Erarbeitung von Verordnungen und Finanzierungsmodellen zur Umsetzung des neuen Bildungsgesetzes. Hierzu werden MASE und MBW bei der Übertragung der Erfahrungen der erprobten Akkreditierungs-und Zertifizierungsverfahren in Verordnungen sowie zur Entwicklung von Finanzierungsmodellen zur nachhaltigen Umsetzung der Akkreditierungs- und Zertifizierungsverfahren beraten. Die beiden Ministerien werden beim Aufbau und der Arbeit von Akkreditierungsinstitutionen sowie Akkreditierungsstandards und deren Nutzung mit Bezug auf europäische Erfahrungen beraten. Die IHK wird hinsichtlich der Institutionalisierung der beruflichen Bildung beraten und die AB und das RWMZ bei der Überführung der positiv erprobten Ansätze der Beschäftigungsförderung und Krisenpräventi­on in eine breitere Nutzung unterstützt.

Die Verbesserung der Qualität der Arbeitsmarktdienstleistungen (Arbeitsmarktinformation, Beratung von Kunden, Vermittlung, Handlungsfeld 2) zielt auf eine Befähigung der Außenstellendes MASE, jeweils zeitnah aktuelle Arbeitsmarktdaten für das MASE, Arbeitgeber und Arbeitsuchende anzubieten. Hierzu wird das MASE bei der regelmäßigen Durchführung von lokalen Arbeitsmarktsurveys durch die beteiligten Außenstellen sowie die Entwicklung eines effektiven AMIS beraten. Damit verbunden ist die schrittweise Vernetzung der Außenstellen.

Die Verbesserung der Qualität beruflicher Bildung (Handlungs­feld 3) erfolgt durch die Etablierung neuer Akkreditierungs-, Zertifizierungsverfahren und Finanzierungsstrukturen/-modelle in ausgewählten Bildungseinrichtungen und Berufen. Hierzu wer­den die Berufsbildungseinrichtungenbei der Durchführung einer zweiten Akkreditierungsrunde , der Konsolidierung und Verbreitung der pilothaften Zertifizierung in der beruflichen Erstausbildung (Facharbeiterebene) und deren beispielhafte Übertragung auf die mittlere berufliche Fachschulausbildung (Technikerebene) sowie der Verbreitung der Akkreditierung beraten und bei der Steuerung der Akkreditierung und Zertifizierung durch paritätisch besetzte Beiräte nach vereinbarten Standards und Verfahren sowie einem vereinbar­ten Finanzierungsmodell unterstützt.

Die Beschäftigungsförderung von Jugendlichen (Handlungsfeld 4) zielt auf die Etablierung von neu entwickelten beschäftigungs­orientierten Qualifizierungsmaßnahmen in nachgefragten Wirt­schaftsbereichen wie Metall/Stahlbau/Schweißen, Erzeugung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und Wärmedämmung beim Bauen einschließlich entsprechenden Vorschlägen zu ihrer Finanzierung durch die Beteiligten (Arbeitgeber, Berufsschulen und Außenstellen). Ausgewählte Berufsbildungseinrichtungen, die AB und das RWMZ werden einerseits bei der Erarbeitung von Lehr- und Lernmaterialien sowie Kurskonzepten für solche Qualifizierungs­maßnahmen  und deren Umsetzung in der Aus- und Weiterbildung unterstützt. Andererseits wird die AB und das RWMZ zur Verbreitung der erprobten beschäftigungsorientierten Kurzzeitkurse wie Konfliktprävention und -lösung und Internationaler Computerführerschein in weitere Regionen des Landes einschließlich der Finanzierungdurch (staatli­che) Beschäftigungsförderungsmittel beraten. Die Entwicklung und Durchführung von Existenzgründerkursen dient als Ergänzung zu den technischen Kurzzeitkursen.

Die sich im Aufbau befindlichen Kompetenzzentren Berufslyzeum 4 in Bischkek und Berufslyzeum 16 in Osch sowie das College für Bauwesen Osch und die Baufachschule Bischkek werden durch inhaltliche und berufspädagogisch/fachdidaktische Fortbildung insbesondere im Bereich Wärmedämmung beim Bauen unterstützt. Hierzu erfolgt die Weiterentwicklung des konzeptionellen Ansatzes im energieeffizienten Bauen und Renovieren in der beruflichen Erstausbildung (Facharbeiterebene) die auf die Fachschul-/ Collegeausbildung (Technikerebene) übertragen und angepasst werden soll.

Die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften der beruflichen Bildung (Handlungsfeld 5) erfolgt durch die Umsetzung eines Angebots schülerzentrierter und handlungsorientierter For­men von Unterricht in deren Aus- und Fortbildung. Hierzu wird das Ingenieur-Pädagogische-College (IPC) Tokmok bei der Einbeziehung solcher Formen des Unterrichtens in der Ausbildung von Fachpra­xislehrern beraten. Das RWMZ in Bischkek wird beraten bei der Einbeziehung der schülerzentrierten/handlungsorientierten Formen des Unterrichtens in die Weiterbildung der Lehrkräfte. Das Programm kooperiert unter anderem mit der International La­bour Organization (ILO) zum Thema Arbeitsmarktinformation und Beschäftigungsförderungsaspekte und der Asian Development Bank (ADB) zur Reform der beruflichen Schulen. Gemeinsam mit der EU und anderen Gebern wird der Aufbau eines Sector Wide Approach Education unterstützt. Mit dem ETF wird auf dem Arbeitsmarktsek­tor kooperiert.

 

 

 

 

 

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